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POLITIK & VERANSTALTUNG

Samen voor Gezondheid 2026: Signale für Gesundheitstechnologie

Am 15. März 2026 kamen Entscheidungsträger aus Politik, Gesundheitsmanagement und Technologie beim Kongress zusammen. Die Botschaft war eindeutig: Das Gesundheitswesen muss grundlegend neu ausgerichtet werden, und Digitalisierung ist dabei unerlässlich.

Aktualisiert 5 Min. Lesezeit
Kongress Samen voor Gezondheid 2026 — PCD CareHub

Verlagerung zur Prävention: von reaktiver zu präventiver Versorgung

Eines der stärksten Signale auf dem Kongress war die ausdrückliche Verlagerung von der Behandlung hin zur Prävention. Die zentrale Frage: Mit welcher Perspektive können Menschen ihre gesundheitlichen Anliegen zu Hause eigenständig lösen? Dies ist kein unverbindliches Ziel — es ist eine Notwendigkeit in einem Sektor, der mit wachsendem Fachkräftemangel und steigenden Gesundheitskosten zu kämpfen hat.

Hinter den politischen Worten verbirgt sich eine konkrete Agenda: stärkere Förderung von Selbstmanagement, digitaler Unterstützung sowie die Mobilisierung von Gesundheitsfachkräften und Klienten.

Die Verlagerung zur Prävention erfordert digitale Tools, die Patienten und Klienten in die Lage versetzen, die Kontrolle über ihre eigene Gesundheit zu übernehmen: persönliche Gesundheitsumgebungen (PGO's), mHealth-Apps zur Selbstüberwachung und Telemedizin für einen niedrigschwelligen Kontakt mit Gesundheitsfachkräften.

Regierung, Fachfeld und Patienten drängen in dieselbe Richtung — Digitalisierung ist eine Notwendigkeit.

Die landesweite EPA: nicht ein einzelnes System, sondern ein Ökosystem

Die stärkste Aussage kam aus der Podiumsdiskussion über vernetzte Versorgung: Es muss eine landesweite elektronische Patientenakte geben. Dieser Appell spiegelt eine tiefempfundene Frustration im Fachfeld wider. Gesundheitsfachkräfte stoßen täglich an die Grenzen fragmentierter Systeme, die nicht miteinander kommunizieren.

Ein einziges, zentralisiertes System für die gesamten Niederlande ist sowohl technisch als auch praktisch nicht realisierbar — der Gesundheitssektor ist zu vielfältig, die Systeme zu spezialisiert. Was hingegen realisierbar und wünschenswert ist: eine landesweite Interoperabilitätsschicht, die bestehende EPDs und ECDs über offene Standards miteinander verbindet.

Die Antwort auf die Forderung nach einer landesweiten EPA ist also nicht ein neues Einzelsystem, sondern ein Ökosystem vernetzter Systeme. Dies entspricht genau dem Ansatz des CareHub-Ökosystems: bestehende Software über offene Standards verbinden, ohne Vendor-Lock-in, unter Beibehaltung der sektorspezifischen Spezialisierung.

Was dies für Investoren in Gesundheitstechnologie bedeutet

Die Signale sind eindeutig: Die niederländische Regierung, das Gesundheitsfachfeld und die Patientenbewegung drängen in dieselbe Richtung. Digitalisierung ist keine Option mehr, sondern eine Anforderung. Die IZA-Ambitionen, die Wegiz-Verpflichtung und der politische Wille schaffen ein einzigartiges Marktumfeld für Investitionen in Gesundheitstechnologie.

Wegiz verpflichtet zum digitalen Datenaustausch — compliance-getriebene Nachfrage. Die Verlagerung zur Prävention sorgt für einen wachsenden Markt für Digital Health. Der Fachkräftemangel macht Technologie zu einer notwendigen Lösung — nicht länger eine Effizienzentscheidung, sondern eine Kapazitätsentscheidung.

Gesundheitstechnologieunternehmen, die Interoperabilität, Entlastung des Fachpersonals und Klientensteuerung miteinander verbinden, befinden sich im idealen Segment dieser Marktdynamik. Die Regierung unterstützt diese Richtung, das Fachfeld fordert sie, und die Gesetzgebung verpflichtet dazu.

Drei Themen, die das Podium dominierten

Für diejenigen, die nicht dabei waren: Drei Themen kehrten in nahezu jedem Saal wieder. Erstens: die Kluft zwischen digitalem Anspruch und operativer Realität. Führungskräfte sprachen von 'digitaler Transformation', während die Mitarbeitenden vor Ort über Schnittstellen, Doppelerfassung und veraltete Portale sprachen. Diese Kluft — strategischer Optimismus versus operative Frustration — wurde wiederholt als das zentrale Problem benannt, das die digitale Agenda verlangsamt.

Zweitens: die Notwendigkeit der Steuerung durch den Klienten. Persönliche Gesundheitsumgebungen (PGO's) wurden nicht mehr als 'nice to have' diskutiert, sondern als infrastrukturelle Grundvoraussetzung für Prävention und Selbstmanagement. Ohne eine funktionierende Klientensteuerung können viele weitere Ziele — Prävention, hybride Versorgung, Unterstützung pflegender Angehöriger — nicht strukturell verankert werden.

Drittens: KI als realistisches Thema, nicht länger als Versprechen. Während KI im vergangenen Jahr noch futuristisch diskutiert wurde, ging es nun um konkrete Adoptionsfragen: Wie zertifiziert man eine Hochrisiko-KI gemäß dem AI Act? Welche Muster-Audits gehören dazu? Wie lässt sich Erklärbarkeit in einer ausgelasteten Klinik praktikabel umsetzen? Dies zeigt, dass KI im Gesundheitswesen reifer wird — aber auch, dass die Anforderungen steigen.

Was dies für Gesundheitsorganisationen bedeutet

Die Botschaft für Gesundheitsorganisationen ist gemischt: Einerseits besteht eine klare politische und sektorale Rückendeckung für die Digitalisierung — andererseits bleiben die Gesundheitsorganisationen selbst für die Umsetzung verantwortlich. Wegiz schreibt nicht vor, welches System verwendet werden muss; es verpflichtet lediglich dazu, dass der Datenaustausch funktioniert.

Konkret: Wer jetzt noch Softwareentscheidungen trifft, ohne offene Standards verbindlich einzufordern, kauft sich in zwei Jahren ein Compliance-Problem ein. Das gilt für ECD-Ablösungen, EPA-Erweiterungen und alle neuen spezialisierten Anwendungen. Wählen Sie Anbieter, die FHIR unterstützen oder über eine glaubwürdige Roadmap in Richtung FHIR verfügen.

Und: Verbinden Sie nicht alles auf einmal. Ein schrittweiser Ansatz — beginnend mit dem dringlichsten Datenaustauschbedarf (Medikationsübergabe, pflegerische Übergabe) — funktioniert besser als ein groß angelegtes Integrationsprogramm. Die Wegiz-Tranchierung hilft dabei; sie ermöglicht eine extern validierte Priorisierung.

Was dies für Gesundheitstechnologieunternehmen bedeutet

Für Anbieter von Gesundheitssoftware ist das Signal eindeutig: Offene Architektur ist kein Marketingversprechen mehr, sondern eine Produktanforderung. Geschlossene Datenmodelle, die nur über herstellerspezifische Schnittstellen erschlossen werden können, verlieren schrittweise ihren Marktwert. Die Regierung erhöht den Druck über Wegiz; Kunden erhöhen ihn über Einkaufsbedingungen.

Die Gewinner der kommenden fünf Jahre sind die Anbieter, die ihr Produkt so gestalten, dass es sich auf natürliche Weise in ein Ökosystem einfügt — nicht als zentrales Element, um das sich alles dreht, sondern als eines von vielen Elementen, die jeweils ihre Rolle übernehmen. Dieser Mentalitätswandel ist größer als ein technisches Upgrade; er ist eine Neuausrichtung des Geschäftsmodells.

Compliance wird gleichzeitig zu einem Differenzierungsmerkmal. NEN 7510, ISO 27001, AI-Act-Konformität — wer diese mit belastbarer Dokumentation nachweisen kann, gewinnt Ausschreibungsverfahren gegenüber denjenigen, die dazu nicht in der Lage sind. Das ist nicht das unverbindliche 'Wir nehmen Sicherheit ernst' von früher; es ist tatsächlich nachgewiesene Compliance mit nachvollziehbarem Audit-Trail.

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